Das Dampfgaren hat seine Ursprünge in China und ist eine jahrtausendealte Tradition. Es ist eine schonende Technik, Speisen mit Hilfe von Dampf zuzubereiten.

Bei dieser Methode werden die Aromen und Vitamine der Lebensmittel erhalten und ihre Farbe wird sogar verstärkt. Meistens benutzt man einen speziellen Dampfgarer, um auf diese Weise zu kochen.

Es gibt spezielle Dampfgarer und Kochtöpfe, die das Dampfgaren ermöglichen. Doch diese sind meist teuer. Und wer will schon für jede Art der Zubereitung ein spezielles Gerät besitzen? Dampfgaren ist auch ohne Sonderequiment möglich, wenn man weiß, wie es funktioniert.

Es gibt mehrere Optionen, ohne Dampfgarer zu garen. Hier stellen wir dir einige dieser Möglichkeiten vor.

Möglichkeit 1: Dampfgaren im Topf

Eine Möglichkeit ohne Gerät zu garen, ist die Verwendung eines einfachen Topfes. Einen Topf gibt es in jedem Haushalt und nicht jeder will viel Geld in einen Dampfgarer investieren.

Je nachdem, ob du ein kleineres mobiles Gerät oder ein Einbaugerät kaufst, ist ein Dampfgarer auch eine Frage des Platzes. Wer also nur ab und zu dämpfen statt kochen und sich viel Geld ersparen will, sollte auf den altbewährten Topf zurückgreifen.

Wie funktioniert Dampfgaren im Topf?

Das Dampfgaren im Topf ist kinderleicht und schnell zugleich. Es muss lediglich ein Dampfgareinsatz oder ein handelsüblicheres Sieb in den Topf gesetzt und ein Viertel des Topfes mit Wasser gefüllt werden.

Danach legst du die Nahrungsmittel in das Sieb bzw. den Einsatz und bringst das Wasser zum Kochen. Anschließend kannst du die Hitze etwas zurücknehmen.

Karotten und Blumenkohl

Das Dampfgaren ist eine schonende Methode, um Gemüse, Fisch, Fleisch und Teigwaren zu erhitzen, ohne dass Aroma oder Vitamine verlorengehen. (Foto: ligion/pixabay.com)

Die Größe der Zutaten ist sehr wichtig. Du solltest Gemüse und Fleisch in gleichgroße Stücke teilen. Bei Fisch und Fleisch ist es empfehlenswert, an dickeren Stellen mehrmals einzuschneiden, um ein gleichmäßiges Garen zu ermöglichen. Die Zutaten sollten zudem sparsam gewürzt werden, da der Eigengeschmack beim Garen zum Großteil erhalten bleibt.

Achtung! Viele unterschätzen die Hitze der Dämpfe. Man sollte immer einen Handschuh tragen, um die Haut zu schützen.

Die richtige Wassermenge ist beim Verwenden eines Kochtopfs ausschlaggebend. Es muss genügend Wasser zum Verdampfen vorhanden sein. Der Abstand zwischen Wasseroberfläche und Sieb / Einsatz sollte außerdem so groß sein, dass das kochende Wasser das Sieb nicht erreicht.

Der Deckel muss während des Dampfens verschlossen sein, damit der Dampf nicht entweichen kann und die Temperatur konstant bleibt.

Dampfgaren im Topf mit Einsatz

Der Dampfgareinsatz ist ein preiswerter Einstieg ins Dampfgaren. Dampfgareinsätze können schon für wenig Geld erworben werden.

Sie sind besonders vorteilhaft für Köche und Köchinnen, die das Dampfgaren erstmal nur ausprobieren wollen. Die meisten Dampfgareinsätze sind im gewöhnlichen Handel zu finden und meist aus Edelstahl gemacht.

Sie lassen sich leicht reinigen und sind in der Regel spülmaschinenfest. Oft sind sie rosettenförmig und zusammenklappbar, womit sie in jeden Topf passen.

Der einzige Nachteil ist die Größe: Die Einsätze sind um einiges kleiner als ein Dampfgargerät und man kann daher nur kleinere Mengen und meist nur ein Gargut dämpfen.

Dampfgaren im Topf mit Sieb

Das Dampfgaren mit einem Sieb unterscheidet sich nicht maßgeblich zum Dampfgaren mit einem Einsatz. Als Einsatz verwendest du einfach das Sieb.

Ähnlich wie beim Einsatz, hängst du das Sieb zusammen mit den gewaschenen und zugeschnittenen Zutaten in den Topf, schließt den Deckel und bringst das Wasser zum Kochen.

Grüne Bohnen in einem Sieb

Um das Dampfgaren auszuprobieren, brauchst du nicht unbedingt neue Küchengeräte. Es reicht schon ein einfacher Topf und ein Sieb. (Foto: SnapwireSnaps/pixabay.com)

Der Vorteil hierbei ist, dass weder ein spezielles Gerät noch ein Einsatz gekauft werden muss, um das Dampfgaren zu testen.

Dennoch gibt es Nachteile: Ein gewöhnliches Sieb gibt es in unterschiedlichen Größen und es ist im Gegensatz zu einem Einsatz nicht faltbar. Somit passt es nicht in jeden Topf. Wie beim Dampfgareinsatz kannst du damit auch nur kleinere Mengen zubereiten.

Wie lange dauert das Dampfgaren im Topf?

Das Dampfgaren dauert generell etwas länger als das Kochen im Wasser. Je nachdem, was du dämpfen willst und wie weich du die Nahrungsmittel möchtest, variieren die Garzeiten.

So haben Spinat, Gurken, Champignons oder Lauch eine Garzeit von drei bis zehn Minuten. Brokkoli, Zucchini, Erbsen oder Paprikaschoten brauchen schon 10 bis 15 Minuten, Spargel, Karotten oder Tomaten sogar 15 bis 20 Minuten.

Für das Garen von Nudeln solltest du die Zeit beachten, die auf der Packung angegeben ist. Reis braucht hingegen rund 30 Minuten.

Bei der Kartoffel wiederum kommt es stark auf die Größe an. Je nachdem wie groß eine Kartoffel ist, braucht sie zwischen 15 und 30 Minuten. Damit Gemüse bissfest bleibt und die Kartoffeln nicht zu weich werden, sollte man ein paar Minuten vor dem Ende der Garzeit unbedingt ihre Konsistenz überprüfen.

Dampfgaren im Topf oder mit Gerät?

Für Einsteiger ist das Dampfgaren im Topf sicherlich ausreichend. Wem jedoch Gedämpftes schmeckt und wer oft mit dieser Methode Essen zubereiten will, der sollte die Anschaffung eines professionellen Dampfgarer erwägen. Den Dampfgarer Einsatz oder den Topf mit Sieb kann man für kleinere Mengen dennoch verwenden.

Möglichkeit 2: Dampfgaren in der Mikrowelle

Eine weitere Methode, ohne Dampfgarer zu garen, ist die altbewährte Mikrowelle. Nicht nur Studenten setzen auf die Mikrowelle, sondern auch Berufstätige, die unter Zeitdruck stehen.

Bei Töpfen muss die Hitze erst von außen nach innen gelangen – bei der Mikrowelle ist dies nicht der Fall. Genau deswegen ist Dampfgaren in der Mikrowelle viel schneller als in einem Topf.

Wie funktioniert Dampfgaren in der Mikrowelle?

Auch das Dampfgaren in der Mikrowelle ist ein leichter Vorgang. Neben der Mikrowelle (am besten mit Dampfgarfunktion) brauchst du lediglich einen geeigneten Behälter, um eine nährstoffreiche Mahlzeit zu zaubern.

Dampfgaren in der Mikrowelle ist einfach und schnell. Mit dem entsprechenden Behälter kannst du sogar mehrere Nahrungsmittel zugleich garen.

Um die Garzeit in der Mikrowelle zu verkürzen, solltest du die Nahrungsmittel zunächst möglichst klein schneiden. Danach legst du sie in eine mikrowellenfeste Schüssel und fügst einen Esslöffel Wasser hinzu.

Als nächstes wickelt man die Schüssel in Frischhaltefolie ein – ein Stück sollte aber als Lüftung offenbleiben. Dann wird das Gemüse für vier bis fünf Minuten erhitzt. Wenn diese Zeit nicht ausreicht, solltest du in einminütigen Abständen fortfahren und die Konsistenz prüfen.

Ist Dampfgaren in der Mikrowelle überhaupt gesund?

Die Mikrowelle ist wegen ihren elektromagnetischen Wellen als Krankheitsauslöser verrufen. Doch ist sie wirklich so schädlich, wie man immer hört?

Das Dampfgaren in der Mikrowelle ist nicht schädlich! Solange die Grenzwerte eingehalten werden, schaden Mikrowellen dem Körper nicht.

Nein. Zumindest gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Beweise. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hält das Kochen mit der Mikrowelle für harmlos, vorausgesetzt sie wird entsprechend richtig bedient.

Es dürfen keine hot oder cool spots auftreten. Gerade bei Fisch und Fleisch ist das ein Problem und es können Bakterien und Keime entstehen. Deswegen ist ein gleichmäßiges Kochen wichtig, denn erst bei Temperaturen über 70 Grad Celsius werden alle Keime abgetötet.

Dampfgaren in der Mikrowelle mit Tupperware

Es gibt auch spezielle Behälter für die Mikrowelle, um mit Dampf zu garen. Diese Tupperware wird als Dampfgarer in der Mikrowelle eingesetzt. Der Behälter besteht aus mehreren Teilen. Unten befindet sich ein Wasserbehälter und darüber ein Sieb, in das die Nahrungsmittel gelegt werden.

Wenn mehrere Zutaten zugleich zubereitet werden sollen, ist einen weiteres Sieb enthalten. Die Tupperware passt durch ihre Größe in eine handelsübliche Mikrowelle. Die Einzelteile sind spülmaschinenfest und leicht zu reinigen.

Das Garen mit der Tupperware ist einfach. Du füllst den Bodenbehälter mit Wasser und gibst das Gargut in den Einsatz. Danach stellst du alles in die Mikrowelle und lässt es garen. Die Garzeiten für unterschiedliche Lebensmittel sind meist in der Anleitung aufgelistet. Diese Tupperware ist jedoch etwas teurer.

Möglichkeit 3: Dampfgaren mit dem Reiskocher

Ein weiterer Helfer beim Dampfgaren ist der Reiskocher. Die meisten Reiskocher haben einen Dampfgareinsatz inklusive. Somit kannst du damit nicht nur Reis kochen, sondern auch Gemüse oder Fisch in ihm zubereiten.

Während der Reis kocht, werden auch gleich allerlei andere Lebensmittel in dem Einsatz gegart und du sparst somit Zeit. Um die Zutaten richtig zu dämpfen, musst du lediglich zwei Messbecher Wasser in den Topf schütten, ihn in Betrieb nehmen und warten.

Karotten, Brokkoli und Reis

Dampfgaren geht auch ganz einfach mit einem Reiskocher. Der Vorteil dabei: Du kannst gleichzeitig den Reis kochen und hast dadurch in wenigen Minuten eine ganze Mahlzeit. (Foto: RitaE/ pixabay.com)

Fazit – Dampfgaren ohne Dampfgarer – ist das möglich?

Für Einsteiger ist das Ausprobieren der Alternativen zum Dampfgarer eine gute Methode. So kannst du herauszufinden, ob du gedämpfte Speisen bevorzugst oder doch lieber beim klassischen Kochen bleiben willst – und das ohne viel Geld auszugeben.

Egal, ob man sich einen Einsatz besorgt oder doch eher der Mikrowellen-Fan ist, gibt es für jeden eine passende Methode zum Garen.

Wer dann doch auf den Dampfgarer umsteigt, kann die oben beschriebenen Methoden weiterhin nutzen. Denn vor allem für kleinere Mengen sind sie sehr vorteilhaft. Jetzt gilt es nur noch: Ab in die Küche und ran ans Garen!

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Lebensmittel/Verarbeitung_-_Kochen/Dampfgaren_Schlich__AID_Juli_2006.pdf

[2] http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/gefahr-von-mikrowellen-im-schlimmsten-fall-verbrennungen-a-926917.html

Bildquelle: unsplash.com / MILKOVÍ

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